Moazy räumt Beachparty am Gymi ab

Der Vorverkauf lief schleppend, obwohl die Party, das bestätigte eine Lehrerin, top organisiert sei und auch die Plakate und die Werbung total gut gewesen seien. Elena aus der 11. und ihr Team haben sich richtig ins Zeug gelegt und einen coolen Beach-Party- Raum gestaltet. Nach und nach trudeln immer mehr Gäste ein, so dass bei Moazy vor der Bühne mit 50 tanzenden Schüler wirklich richtig Stimmung aufkommt. Moazy braucht keine 2 Minuten, um Rutenfest-Burn Out, Sommerferienlethargie und Partymüdigkeit ins Reich der „Fake News“ zu schicken. Die 25 von SPIN ZINE präsentierten Moazy Minuten zünden richtig. Beim Cro-Cover „Easy“ ist die Stimmung am Höhepunkt. Unterstützt von DJ NXS, ein Meister seines Fachs, und Veranstaltungstechniker Alessandro Guerriero, wird der Local nach dem Gig gefeiert wie ein Rapstar. NXS heizt mit Mero, Bausa und Co weiter ein. Das Teamwork aus Lehrern, Schülern, Schulsozialarbeit und SPIN TEAM sorgte für einen munteren Abend, der baldmöglichst wiederholt werden soll. Dann, so eine Lehrerin, hat sich die Qualität der Veranstaltung sicher herumgesprochen. Dann dürften es auch mehr als 50 Leute bei Moazy vor der Bühne werden.

177
Add

Auch bei Regen: Fridays for future bleibt in Ravensburg ein großer Erfolg

Am Freitag, den 15. März 2019 fand der erste weltweite Klimastreik statt. Dazu wurde an 2000 Orten in über 125 Ländern demonstriert. Auch in Ravensburg wurde gestreikt. Knapp 1. 400 Menschen, zogen bei anhaltendem Regen vom Bahnhof zum Marienplatz, um dort sich Vorträge zum Klimaschutz anzuhören.

300 000 Menschen laufen in ganz Deutschland fürs Klima auch in Ravensburg.

Schon bei der letzten Demonstration am 01. Februar 2019 konnte die Ortsgruppe „Fridays for future Ravensburg“ eine hohe Teilnehmerzahl verzeichnen und damit einen großen Erfolg. Nach der ersten Demonstration ging es an die Planung für eine weitere Kundgebung. Diese fand im Rahmen des weltweiten Klimastreikes statt. Trotz des regnerischen Wetters trafen sich wieder hunderte Schüler, Studenten und auch ältere Personen am Bahnhof, um von dort aus zum Marienplatz zu ziehen. Nach ein paar Worten des Organisationsteam und einem Aufwärmhüpfen mit dem Spruch „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ lief die Menschenmasse mit ihren Plakaten Richtung Marienplatz. Sofort nach dem Start begannen die lauten Rufe „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, Hopp, hopp, Kohle stopp“ durch die Ravensburger Straßen zu schallen. Von allen Teilnehmenden war die Wichtigkeit dieses Ereignisses zu spüren. Jeder rief die Sprüche mit. Und auch am Zielort dem Marienplatz erkannte jeder Zuschauer, dass die Jugendliche etwas für das Klima und ihre Zukunft tun wollen. Dieses wurde nochmal belegt, als der Schülerratssprecher von Ravensburg sagte, dass viele Schüler Strafen kassieren, um bei diesem Event dabei zu sein und keiner freiwillig im Regen steht, wenn er nicht für etwas kämpft. Danach redete ein Organisationsmitglied zu der Menschenmasse. Seine Hauptaussage war, dass wir gemeinschaftlich handeln sollen, denn nur als Gruppe sind wir stark.

Als Hauptredner kam Wolfgang Ertel, ein Professor und Wissenschaftler (zuständig für Nachhaltige Entwicklung) der Hochschule Ravensburg/Weingarten. Er kam als Vertreter von zehn Dozenten an der Fachhochschule. Zusammen mit seinem Enkel kam er ans Mikrofon. Er erzählte den Demonstranten über die Probleme, die in der Zukunft auf uns warten, wenn es so weiter geht. Nicht nur Umweltprobleme werden entstehen, sondern auch die dadurch resultierenden Flüchtlinge stellen in Zukunft ein Problem dar. Der Wissenschaftler war ganz gerührt von der Veranstaltung und auch stolz auf die jungen Menschen, die für ihre Zukunft kämpfen. Weiter sagte er, dass die Politik durch Demonstrationen zu verändern sei, hier nannte er die Montagsdemonstrationen von Leipzig. Die Montagsdemonstration führten zum Mauerfall 1989. Er rief dazu auf, dass die Menschen immer weiter machen sollen und sich nicht von Politikern, die Alibi-Aktionen starten, täuschen lassen. Des Weiteren plädierte Ertel dafür, dass sich Weltumweltverbünde, wie beispielsweise Greenpeace oder WFF sich zusammenschließen sollen, um den Klimawandel zu stoppen. Das Zitat „Gemeinsam sind wir stark“ kam mehrmals an diesem Mittag zum Vorschein. Zum Abschluss sprach er vom globalen Markt. Dieser könne vieles ändern, solange es die Politik wolle.

Nach einer Gesangseinlage von Chrissy aus Weingarten, redete eine Lehrerin auf die kleine Rednerbühne. Sie sagte ausdrücklich, dass die Schulen für die Demonstrationen den Schülern frei geben können.

Der letzte Redner betonte, dass für die Demonstration Unterricht ausfällt, wichtig sei. Denn an Samstagen oder Sonntagen erreiche man längst keine so hohe Aufmerksamkeit wie an Schultagen und er hob nochmal hervor, dass die Schüler jetzt handeln müssen.

Am Ende der Veranstaltungen sagen alle Das Widerstandslied „Hejo, spann den Wagen an“ und auf einem Leinentuch sammelten die Veranstalter Unterschriften, um zu zeigen wie viel Menschen die Bewegung „Fridays for future“ unterstützen.

In Folge dessen verabschiedete sich das Organisationteam-Team.

 

Unterschrifen werden gesammelt.

Die Veranstalter sind auch dieses Mal hoch zufrieden. Sie bezeichnen ihre zweite Veranstaltung als großer Erfolg. Das sich bei diesem regnerischen Wetter so viele Leute zusammenkommen sei großartig. Zu den nächsten Demonstrationen gaben sie folgende Angaben: „Weitere Demonstrationen stehen bisher noch nicht fest. Am 24. Mai findet voraussichtlich europaweite Demonstrationen statt, an diesem Tag wird auch Ravensburg vielleicht dabei sein. „

 

 

Text: Alexander Nobis

318
Add

Artikel 13-was sagen die anderen?

Bereits am 29.11.18, also ca. zwei Monate vor der geplanten Parlamentsentscheidung zum umstrittenen neuen Copyright Gesetz auf EU Ebene, führte das Spinzine Team auf dem Pausenhof eine Umfrage zum Artikel 13 durch. Der Großteil der Schüler war sich einig. Artikel 13? Nein Danke!
Aber die Meinungen zum Artikel 13 sind genauso zahlreich wie verschieden. Wer soll da noch den Überblick behalten?! Und wie sieht es aus, wenn man mal wirklich die Seiten wechselt?
Genau das haben die Schüler der 9 Klasse des Gymnasiums Weingarten gemacht. Im Rahmen eines Workshops zum Artikel 13 haben sich die Schülergruppen in verschiedene Rollen eingelesen und eingefühlt. Was passiert, wenn man einen Youtube Fan/Bibinator, einen Politiker, zwei Juristinnen, einen Gegner des Artikel 13 und einen Youtube Blogger in eine Talkshow einlädt, haben die Schüler erfolgreich demonstriert. Argumente dafür, Argumente dagegen… An der Einstellung der Schüler, die hauptsächlich die Fangemeinde und somit die Gegner des Artikel 13 vertreten, ist sicherlich schwer zu rütteln. Das war auch nicht das Ziel der Aktion. Aber zu verstehen und sich gegenseitig aufzuklären, weshalb sich das Thema seit Anfang 2018 hartnäckig in Medien hält – das hat die Klasse 9a gemeistert. Durchgeführt hat die Aktion das SPIN ZINE-Team in Zusammenarbeit mit Gemeinschaftskundelehrer Herr Popp und Schulsozialarbeiter Paul Plöchl.
Neues zum Thema:
Auf einen kleinen Kompromiss konnte sich das EU Parlament zwischenzeitlich einigen. Neue Plattformbetreiber kleinerer und mittlerer Unternehmen, die weniger als drei Jahre auf dem Markt sind und deren Jahresumsatz unter zehn Millionen Euro beträgt, sollen demnach nicht von vornherein für Rechtsverletzungen ihrer Anwender haften und erst auf Hinweis von dritter Seite hin reklamierte Werke herunternehmen müssen.

264
Add

Viele Demonstranten bei fridays for future in Ravensburg

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ oder „Hopp, hopp, hopp, Kohle stopp“ schrien knapp 1. 800 Schüler und Studenten bei der Fridays for future-Demostration in Ravensburg. Die 16-jährige Greta Thundberg brachte schon Tausende Menschen dazu für das Klima zu demonstrieren und dabei den Unterricht oder auch Vorlesungen zu streiken.

Die Demonstrationen erreichte im Januar Deutschland. Aktivisten zogen schon in den Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln und vielen weiteren Städten über die Straßen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Die schwedische Schülerin Greta Tunderberg, die seit Ende August nicht mehr zur Schule geht, sondern bei wichtigen Klimakonferenzen demonstriert, initiiert alle die Demonstranten in ganz Europa. Das sie dabei nicht in den Unterricht geht, finden ihre Lehrer mittlerweile sogar gut. Sie wurde durch den Slogan „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) bekannt. Im Dezember traf sie sich bei der UN-Klimakonferenz mit dem UN-Generalsekretär António Guterres und hielt im Plenarsaal eine Rede. Auch reiste sie zum Wirtschaftsforum nach Davos in der Schweiz, um dort mit prominenten Teilnehmern um den Klimawandel zu diskutieren. Über die Medien erreichte sie Million von Menschen und so gründete sich „Fridays for future“.
Die Aktion in Ravensburg fand am Freitag, den 01.02.2019 statt. Der Demonstrationszug starte um 11 Uhr am Bahnhof und verlief bis zum Marienplatz, dort wurden Reden von Greenpeace Jugend, solid Jugend und vom Schülerratssprecher von Ravensburg und von den Organisatoren Vorträge gehalten. Die Demonstranten bestanden aus Schülern, Studenten, Auszubildenden und auch Passanten. Viele Schüler bekamen von ihren Schulen für die Demonstration frei, aber viele auch nicht. Trotzdem verließen nicht wenige Schüler auf Grund des Protestes den Unterricht, um elf Uhr am Bahnhof mit Plakaten zu sein. Dort wurden die Demonstrationsregeln erläutert. Im Anschluss zog die große Menschenmasse los zum Marienplatz. Der fünfzehnminütige Zug wurde begleitet von Ausrufen gegen den Klimawandel und gegen die Kohle, dessen Ausstieg erst diese Woche auf 2038 verlängert wurde, und von einer Vielzahl Plakaten. Zum Beispiel „Damit ich im Winter noch friere, wenn ich demonstriere“, „Make the earth cool again“ und „Wir lernen täglich dazu, warum nicht auch ihr?“. Die Aktivisten hatten auf ihren Schildern teilweise lustige Aussagen, die zum Nachdenken anregen. Auf dem vollem Marienplatz hielten vier Umweltaktivisten eine Rede. Hier bei ging es vor allem um den Kohleausstieg.
Die Aktion wurde von allen Teilnehmern gut angenommen. Die Veranstalter waren überrascht, wie viele Demonstranten kamen. Gerechnet hatten sie mit knapp 500, jetzt waren es laut Polizei 1 800.

Text: Alexander Nobis

446
Add

Artikel 13

Ein klares „Nein“ zu Artikel 13

Am 29.11.2018 fand in der Realschule Weingarten eine Umfrage statt. Das Thema war der Artikel 13 der EU Datenschutz Grundverordnung.
In dem Artikel 13 geht es darum, dass Urheberrecht zu schützen. Dies könnte durch einen Upload – Filter für Plattformen geschehen. Ein Beispiel hierfür ist YouTube. Für viele Jugendliche könnte dies bedeuten, dass sie nicht mehr ihre Idole auf sozialen Plattformen verfolgen könnten, da Youtube Kanäle löschen könnte.
Das Team von Spinzine und der Schulsozialarbeiter Paul Plöchl führten die Aktion auf dem Pausenhof der Realschule durch. Hier wurden die Schüler/ Innen darüber befragt, ob sie den Artikel 13 kennen oder sich sogar aktiv dagegen einsetzen. Es nahmen insgesamt 151 Personen, im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, an der Umfrage teil. Davon waren 42 Personen weiblich und 109 männlich. 41,72% wollen sich aktiv gegen die Umsetzung des Artikels einsetzten und 49,67% finden das Gesetzt nicht gut, aber unternehmen auch nichts dagegen. Nur 6,62% ist der Artikel 13 egal. Die Umfrage ergab, dass sich 91,39% gegen den Artikel aussprechen, also ein klares Nein zu Artikel 13 unter Realschülern.
Das Jugendmagazine Spinzine möchte zukünftig Meinungsumfragen unter Schülern/ Innen implementieren.

232
Add

Grundschüler äußern Wünsche

SPIN ZINE war mit dem „Sofa on Tour“ zu Gast beim 3. „Kinder- und Jugendgipfel“ an der Grundschule am Martinsberg. Die Viertklässler der Schule haben mit uns zum Thema „Kinderrechte“ in einem 10minütigen Workshop gearbeitet.
Beim „Sofa on Tour“ geht es immer um einen themenzentrierten Diskurs, der zum Ziel hat, konkret gefasste Gedanken auf dem Sofa zur Sprache zu bringen. Festgehalten wird dies vom SPIN ZINE- Team als Video.
Unser Hauptschwerpunkt war das Kinderrecht „Freizeit, Spiel und Erholung“.
Nach einer allgemeinen Klärung der Begriffe, haben wir konkreter gefragt:
Was könnte zur besseren Umsetzung dieses Rechtes in Weingarten getan werden?
Unsere Aufgabe war es, Stichwörter aufzunehmen, zu interpretieren und Ideen im Gespräch zu konkretisieren.
Wir haben die Ergebnisse des Diskurses im Workshop in zwei Oberkategorien zusammengefasst:
Outdoor und Indoor.
Im Outdoorbereich knüpfen die Kinder an das Prinzip des „Quatschmobil“ im Stadtgarten an:
– Spielmöglichkeiten mit Spielen im Großformat (z.B Jenga)
– Betreuter Spieletreff im Stadtgarten nach Vorbild des Jugend-Cafe Oberstadt
– Abenteuerspielplatz
– Streichelzoo im Stadtgarten
– Ponyreiten im Stadtgarten
Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass sich die Ergebnisse im Outdoor-Bereich auf folgende Themenfelder beziehen:
– Möglichkeiten zur Familienbildung
– Natur und Umwelt
– Spiel, Sport und Spaß mit niederschwelligem Zugang
Im Indoorbereich wurden folgende Ideen herausgearbeitet:
– Tobehalle mit verschiedenen Elementen
– Spieletreff mit Brettspielausleihstation
– Trampolinhalle
– Nutzung der städtischen Sporthallen im Freizeitbereich
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine offenere und kreativere Nutzung bestehender Indoor-Sporthallen-Angebote gewünscht ist (z.B. betreuter Erlebnisparcours mit Sportgeräten, flexible Trampolinnutzung).

183
Add

Weingarten ist Heimat von Menschen vieler Nationen. Wie empfinden Jugendliche und Heranwachsende das Miteinander in Weingarten? Was denken sie über die Vielfalt in unserer Stadt? Welche Erfahrungen haben junge Zuwanderer hier mit Vorurteilen gemacht? Seht selbst…

 

Jewgeni, 19
Ich bin in Rostow am Don in Russland geboren. 2002 sind wir nach Deutschland gekommen. Russisch und Deutsch sind meine Muttersprachen. In der Schule habe ich dann noch Englisch, Spanisch und Latein gelernt. Spanisch hat mich nie so richtig begeistert. Aber Latein war eines meiner Lieblingsfächer. Jetzt bringe ich mir Japanisch bei. Ich kann es zwar noch nicht so super gut, aber es geht. Ich finde die japanische Kultur sehr interessant. Ich schaue gerne japanische Filme. Und natürlich auch Animes.

Was mich als Person ausmacht? Ich bin ziemlich kreativ. In der Schule war ich in der Theater-AG. Ich bin gerne Schauspieler. Und ich spiele gerne Klavier. Mein Lieblingskomponist ist Robert Schumann. Ich komponiere auch selbst. Mein Traumberuf ist Komponist. Aber erstmal möchte ich Musiklehrer werden. Letztes Jahr habe ich mein Abitur gemacht. Seit September mache ich einen Bundesfreiwilligendienst beim Team Jugendarbeit Weingarten.
Eigentlich macht es für mich keinen Unterschied, woher jemand kommt. Aber ich merke, dass es doch etwas anderes ist, wenn ich mich mit jemandem unterhalte, der selbst auch einen russischen Hintergrund hat. Das ist irgendwie vertrauter. Man versteht sich einfacher.

Natürlich gibt es Vorurteile gegenüber Russen, zum Beispiel dass sie so viel Alkohol trinken. Da höre ich oft irgendwelche Witze. Aber davon fühle ich mich nicht wirklich angegriffen.

 

Leo, 22
Ich bin vor zwei Jahren nach Weingarten gezogen, um hier Soziale Arbeit zu studieren. In meiner freien Zeit mache ich, was mir so gerade in den Sinn kommt: Musik hören, malen, zeichnen, skaten, Fußball spielen oder einfach nur draußen chillen.

Gerade habe ich mein Praxissemester bei JuMeGa, Junge Menschen in Gastfamilien, gemacht und habe dort unbegleiteten minderjährigen Ausländern mit ihren Schwierigkeiten geholfen, die sie so haben. Sie tun sich mit der Sprache schwer und manche grundlegende Werte sind in Deutschland natürlich ganz anders. Sie haben den Wunsch, sich zu integrieren und sich hier eine Zukunft aufzubauen. Viele haben sich schon einen Freundeskreis aufgebaut und fühlen sich hier zu Hause.

An sich sind es doch junge Menschen wie wir, mit denselben Interessen. Aber fast alle haben Angst vor der Zukunft: Bekomme ich Asyl? Werde ich hier geduldet? Und bei einigen ist auch der Frust gewachsen aufgrund der vielen Schwierigkeiten mit dem Bürokratie-Alptraum.

Vielfalt ist richtig geil und bringt immer was Neues mit sich. Man lernt dabei viel über sich selbst, da man sich durch die Interessen und Werte von anderen immer wieder hinterfragt. Das ist mega wichtig und viele verschließen sich davor und verbauen sich dadurch etwas. Klar, man kann auch mal schlechte Erfahrungen machen. Aber wenn man offen ist, kann man davon echt profitieren.

 

Ali, 18
Meine Eltern sind als Kriegsflüchtlinge aus dem Libanon nach Deutschland gekommen. Ich bin hier geboren. Ich mache gerade eine Ausbildung zum Maler und bin fast fertig damit.

Mit zwölf Jahren habe ich angefangen, Musik zu machen, eigene Texte zu schreiben, um einfach mal den Alltagsstress irgendwie zu verpacken. Seit zwei Jahren bin ich mit Freunden im Tonstudio vom Team Jugendarbeit mit dabei und seit einem Jahr nehme ich dort eigene Sachen auf. Mir ist es wichtig, dass ich mit meinen Songs eine Message an die Menschen bringe. In meinen Texten geht’s oft um Menschenrechte, zum Beispiel um das Thema Flüchtlinge.

Das Boot ist nicht voll, denn wir sitzen alle im selbem Boot. Wir leben alle auf einem Planeten und wenn wir nicht miteinander klarkommen, wie soll es dann je Frieden auf der Welt geben? Jeder Mensch ist auf seine Art einzigartig und besonders. Und jeder Mensch darf sich so entfalten, wie er will, solange er damit keine anderen Menschen ausgrenzt. Es ist doch egal, ob ich aus dem Libanon komme, aus Deutschland oder sonst woher. Letztendlich bin ich ein Mensch, so wie jeder andere.

 

Chiara, 17
Nächstes Jahr mache ich mein Abi und danach würde ich gerne in Amerika studieren. Deshalb habe mich jetzt für ein Stipendium beworben. In meiner Freizeit bin ich Leistungsschwimmerin. Das nimmt so gut wie meine ganze Freizeit ein. Da habe ich fünf Tage die Woche Training und am Wochenende Wettkämpfe. Sonst spiele ich noch Klavier und gehe ins Kunstturnen.

Ich bin seit 2015 im Jugendgemeinderat dabei.
Da planen wir Projekte und leiten diese an denGemeinderat weiter. Der entscheidet dann, ob wir das machen dürfen oder nicht. Dieses Jahr ist jetzt mal ein neues Fußballfeld auf der Liste.

Am Gymnasium haben wir Schüler aus sehr vielen Nationen. Deswegen sind auch viele meiner Freunde aus verschiedenen Ländern. Wir haben an unserer Schule die Aktion „Weihnachten für Flüchtlinge“ gemacht. Da haben wir Stofftiere, Klamotten, Bücher und Spielsachen für die Flüchtlinge hier in Weingarten gesammelt. Die Spenden haben wir ihnen zu Weihnachten übergeben. Es war schön zu sehen, wie die kleinen Kinder sich voll gefreut haben. Alle Menschen sind gleich und jeder hat die gleichen Chancen verdient. Aber das ist ja logisch.

 

Sagar, 23
Ich bin 2013 aus Indien nach Deutschland gekommen und habe hier an der Hochschule Ravensburg-Weingarten Elektro- und Informationstechnik studiert. Jetzt mache ich dort meinen Master-Abschluss in Mechatronik. Danach werde ich mich nach Jobmöglichkeiten umsehen. Ich möchte auf jeden Fall in Weingarten bleiben.

In meiner Freizeit spiele ich gerne Computerspiele,
aber auch Volleyball, und ich gehe oft Schwimmen. An der Hochschule gibt es viele Studierende aus Indien. Im Sommer spielen wir gemeinsam Cricket im Park.

Ich hatte mir zuerst überlegt, ob ich den Master-Abschluss irgendwo anders machen soll. Aber ich wollte Weingarten nicht verlassen. Ich habe hier gute Kumpels und kenne viele Leute. In den ersten Semestern kannte ich fast nur andere ausländische Studierende. Aber dann habe ich viele deutsche Freunde gefunden. Als ich größere Städte in Deutschland besucht habe, ist mir aufgefallen, dass die Menschen sich auf der Straße nicht grüßen. Das ist in Weingarten nicht so.

In Weingarten habe ich keine schlechten Erfahrungen aufgrund meiner Herkunft gemacht. Ich fühle mich hier wie zu Hause. Weingarten ist meine zweite Heimat geworden. Die Studierenden an unserer Hochschule kommen aus verschiedenen Ländern. Sie leben zusammen, studieren zusammen und feiern zusammen. Das ist mega cool.

Internationale Wochen gegen Rassismus 2018

590
Add

Tonstudio/ Multimediaraum

Woop! Tonstudio – Geil!

Aber mal bisschen sachlich hier. Warum gibt es das Tonstudio jetzt überhaupt hier im Haus der Familie in Weingarten? Eigentlich hat es doch schon eines in Ravensburg.

Um das zu klären, gehen wir kurz zurück in das Jahr 2016. Ein paar Jugendliche haben damals den Wunsch geäußert, dass auch Weingarten die Möglichkeit bieten solle, eigene Musik aufzunehmen. Ravensburg ist nicht für alle gut erreichbar und die Schule oder die Arbeit lässt es nicht immer zu, genau zu den Öffnungszeiten auch immer dort zu sein. Daher wäre ein Tonstudio in näherer Umgebung deutlich besser. Durch mehrere Gespräche mit dem Team Jugendarbeit kam man nun auf die Idee, einen Jugendfondsantrag („Demokratie leben“) zu stellen. Damit soll das Projekt finanziell unterstützt werden, so dass auch wirklich ein Tonstudio entstehen kann. Ohne Moos nix los – ist ja klar!

Aber nur alleine Geld lässt noch lange kein Tonstudio entstehen. Somit haben die Jugendlichen gemeinsam mit mir einen Plan entworfen. Zuerst haben wir uns jeden Donnerstag im Jugendforum darüber ausgetauscht, welche Möglichkeiten und Anforderungen wir brauchen. Außerdem mussten wir einen Plan entwickeln, mit dem wir die Lüftung in dem vorgesehenen Raum umgehen, so dass diese später nicht auf den Aufnahmen zu hören sein würde. Nach einigen Treffen haben wir uns dazu entschieden, eine Gesangskabine zu bauen. Diese soll den Schall von außen dämpfen und gute Aufnahmen garantieren.

Anfang Dezember 2016 kam das komplette Material dazu an und aus der anfänglichen Planungsphase gelangten wir in die Umsetzung. Manchmal ging es ein bisschen improvisiert zu, manchmal hatten wir auch wirklich einen Plan, was wir da tun. Über die nächsten vier Wochen verteilt arbeitete eine große Handvoll Jugendlicher mit mir an der Gesangskabine. Nebenher haben wir die alte Werkbank auf Vordermann gebracht: Das sollte unser Schreibtisch werden. Aus alt mach neu – und am besten noch gut. Langsam konnte man sehen, dass der ehemalige Werkraum/ die alte Abstellkammer zu einem Tonstudio wird. Zunehmend bekamen wir auch weitere Unterstützung von außen. So hat die Firma Bohmeier aus Weingarten den Teppich gesponsert und tontechnikerfahrene Freunde haben uns bei der Wahl des Equipments beraten.

Anfang Januar 2017 stand die Bude dann in neuem Glanz. Aus der Rumpelkammer war ein Ort zum Wohlfühlen geworden. Toller Teppich, tolle Gesangskabine, tolles Sofa, tolle Garderobe, schneller PC, viele Kabel und allgemein einfach alles toll. Der Schweiß von vier Wochen Arbeit hatte sich endlich ausgezahlt, als wir zum ersten Mal alles eingerichtet und angeschmissen hatten. Toller Sound!

Mittlerweile besteht das Tonstudio seit ein paar Monaten und wird förmlich überrannt. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr beginnt der offene Betrieb und die Jugendlichen geben ihren Style und ihre Musik zum Besten. Glücklicherweise haben wir auch die Möglichkeit, Videos aufzunehmen und diese zu bearbeiten, denn somit entstand bisher auch schon das eine oder andere Musikvideo zu den aufgenommenen Songs. Neben dem offenen Betrieb konnten bisher zudem die Schule am Martinsberg und ein Projekt um den Rapper Lex 250, der aus der ersten Ausgabe des SpinZine-Magazins bereits bekannt ist, das Tonstudio nutzen. Außerdem bietet es die Möglichkeit, Bands aufzunehmen, wie es zum Beispiel die Punkband „ZAD“ bereits getan hat. Jaja – das Projekt wächst und gedeiht. In nächster Zeit wird das Tonstudio weiterhin entwickelt und gestaltet. Die Gesangkabine benötigt noch einen Anstrich und weiteres Equipment schadet natürlich nie.

Falls ihr nun neugierig geworden seid, könnt ihr gerne eine Mail an tonstudio@team-jugendarbeit-wgt.de schreiben, oder einfach an einem Donnerstag vorbeikommen.

2680