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Hip Hop und Open-Air wären der große Wurf

SPIN ZINE hat am Schulzentrum gefragt, welcher Sound heutzutage von jungen Menschen bevorzugt gehört wird. Sicherlich sind 80 Teilnehmer nicht das Maß aller Dinge, um verlässliche Aussagen zu treffen. Bei über 60 % Hip Hop- Nennung ist jedoch schwer davon auszugehen, dass Capital Bra, 187, Mero und Co. die unangefochten Könige in der Jugendlandschaft sind. Eine These, die durch ein Blick in die Charts nicht sonderlich gewagt scheint.
Überraschenderweise spielt in der Altersgruppe 14-18 Techno und Electro überhaupt keine Rolle, was ein Indiz sein könnte, dass diese Richtungen erst beim Abtauchen ins Nachtleben der Clubs richtig kennengelernt werden.

An diesen scheint es in der Nachbarstadt Ravensburg nicht zu mangeln, das Angebot in Weingarten wird eher kritisch bis unzureichend bewertet. 4,0 war die Durchschnittsnote für das „Weggehangebot“ in der Großen Kreisstadt.

SPIN ZINE findet es nicht verwunderlich, dass als attraktive Orte immer wieder Open Air-Veranstaltungen genannt werden. Hier hat Weingarten mit dem U&D, dem Stadtgeflüster, dem Sonido, dem KOMM und der jugendkulturellen Nutzung des Stadtgarten für den „Break Battle“ eine gewachsene Kultur vorzuweisen. SPIN ZINE meint: hier lässt sich ansetzen. Die eigene jugendkulturelle Identität zu finden, zu leben und nicht nur ehrfürchtig über die Stadtgrenzen im Westen blicken. Dann kann aus einer gefühlten 4,0 eine chillige 2 Plus werden.

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Auch bei Regen: Fridays for future bleibt in Ravensburg ein großer Erfolg

Am Freitag, den 15. März 2019 fand der erste weltweite Klimastreik statt. Dazu wurde an 2000 Orten in über 125 Ländern demonstriert. Auch in Ravensburg wurde gestreikt. Knapp 1. 400 Menschen, zogen bei anhaltendem Regen vom Bahnhof zum Marienplatz, um dort sich Vorträge zum Klimaschutz anzuhören.

300 000 Menschen laufen in ganz Deutschland fürs Klima auch in Ravensburg.

Schon bei der letzten Demonstration am 01. Februar 2019 konnte die Ortsgruppe „Fridays for future Ravensburg“ eine hohe Teilnehmerzahl verzeichnen und damit einen großen Erfolg. Nach der ersten Demonstration ging es an die Planung für eine weitere Kundgebung. Diese fand im Rahmen des weltweiten Klimastreikes statt. Trotz des regnerischen Wetters trafen sich wieder hunderte Schüler, Studenten und auch ältere Personen am Bahnhof, um von dort aus zum Marienplatz zu ziehen. Nach ein paar Worten des Organisationsteam und einem Aufwärmhüpfen mit dem Spruch „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ lief die Menschenmasse mit ihren Plakaten Richtung Marienplatz. Sofort nach dem Start begannen die lauten Rufe „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, Hopp, hopp, Kohle stopp“ durch die Ravensburger Straßen zu schallen. Von allen Teilnehmenden war die Wichtigkeit dieses Ereignisses zu spüren. Jeder rief die Sprüche mit. Und auch am Zielort dem Marienplatz erkannte jeder Zuschauer, dass die Jugendliche etwas für das Klima und ihre Zukunft tun wollen. Dieses wurde nochmal belegt, als der Schülerratssprecher von Ravensburg sagte, dass viele Schüler Strafen kassieren, um bei diesem Event dabei zu sein und keiner freiwillig im Regen steht, wenn er nicht für etwas kämpft. Danach redete ein Organisationsmitglied zu der Menschenmasse. Seine Hauptaussage war, dass wir gemeinschaftlich handeln sollen, denn nur als Gruppe sind wir stark.

Als Hauptredner kam Wolfgang Ertel, ein Professor und Wissenschaftler (zuständig für Nachhaltige Entwicklung) der Hochschule Ravensburg/Weingarten. Er kam als Vertreter von zehn Dozenten an der Fachhochschule. Zusammen mit seinem Enkel kam er ans Mikrofon. Er erzählte den Demonstranten über die Probleme, die in der Zukunft auf uns warten, wenn es so weiter geht. Nicht nur Umweltprobleme werden entstehen, sondern auch die dadurch resultierenden Flüchtlinge stellen in Zukunft ein Problem dar. Der Wissenschaftler war ganz gerührt von der Veranstaltung und auch stolz auf die jungen Menschen, die für ihre Zukunft kämpfen. Weiter sagte er, dass die Politik durch Demonstrationen zu verändern sei, hier nannte er die Montagsdemonstrationen von Leipzig. Die Montagsdemonstration führten zum Mauerfall 1989. Er rief dazu auf, dass die Menschen immer weiter machen sollen und sich nicht von Politikern, die Alibi-Aktionen starten, täuschen lassen. Des Weiteren plädierte Ertel dafür, dass sich Weltumweltverbünde, wie beispielsweise Greenpeace oder WFF sich zusammenschließen sollen, um den Klimawandel zu stoppen. Das Zitat „Gemeinsam sind wir stark“ kam mehrmals an diesem Mittag zum Vorschein. Zum Abschluss sprach er vom globalen Markt. Dieser könne vieles ändern, solange es die Politik wolle.

Nach einer Gesangseinlage von Chrissy aus Weingarten, redete eine Lehrerin auf die kleine Rednerbühne. Sie sagte ausdrücklich, dass die Schulen für die Demonstrationen den Schülern frei geben können.

Der letzte Redner betonte, dass für die Demonstration Unterricht ausfällt, wichtig sei. Denn an Samstagen oder Sonntagen erreiche man längst keine so hohe Aufmerksamkeit wie an Schultagen und er hob nochmal hervor, dass die Schüler jetzt handeln müssen.

Am Ende der Veranstaltungen sagen alle Das Widerstandslied „Hejo, spann den Wagen an“ und auf einem Leinentuch sammelten die Veranstalter Unterschriften, um zu zeigen wie viel Menschen die Bewegung „Fridays for future“ unterstützen.

In Folge dessen verabschiedete sich das Organisationteam-Team.

 

Unterschrifen werden gesammelt.

Die Veranstalter sind auch dieses Mal hoch zufrieden. Sie bezeichnen ihre zweite Veranstaltung als großer Erfolg. Das sich bei diesem regnerischen Wetter so viele Leute zusammenkommen sei großartig. Zu den nächsten Demonstrationen gaben sie folgende Angaben: „Weitere Demonstrationen stehen bisher noch nicht fest. Am 24. Mai findet voraussichtlich europaweite Demonstrationen statt, an diesem Tag wird auch Ravensburg vielleicht dabei sein. „

 

 

Text: Alexander Nobis

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Schussentalschüler machen digitale Schülerzeitung

Eine Schülerzeitung in digitaler Form- das war die Zielsetzung der Projektgruppe „Reporter im Einsatz“ an der Schussentalschule. Seit über zwei Jahren arbeiten Schule und „Team Jugendarbeit“ zusammen. Eines der Highlights der Projektgruppe war sicherlich der Gewinn des Schülerpreises am „abgedreht Filmfestival“ in Baienfurt in der Kategorie U16.

Unter der Anleitung von Christian Netti und der Berufsauszubildenden Laura Arndt setzen sich die Schüler in der Projekt AG mit der medialen Aufarbeitung lebensweltbezogener Themen auseinander. „Welche Musik hört eigentlich unser neuer Sportlehrer?“ oder „was genau passiert in unserer SMV“, sind Fragestellungen, die von den Schülern bearbeitet werden. Dass das geschriebene Wort in der heutigen Zeit nicht mehr den Stellenwert des bewegten Bildes hat, führte schnell zu der Erkenntnis, eine zeitgemäße Form der Schülerzeitung auszuprobieren.

Schulleiterin Gerlinde Rauscher unterstützte das Vorhaben aus Überzeugung, da sie den Umgang mit den neuen Medien für sehr wichtig hält.

Daniel, Hadi, Lukas, Michael und Lukas hatten beim Erstellen ihrer Videos und anderen redaktionellen Beiträgen großen Spaß, ein Faktor, der bei der Durchführung des Angebotes gegeben sein sollte. In der Reflexionsrunde meinte Serien-Fan Michael (Favorit „Two and a half men“) zufrieden: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Ich hätte es nicht besser machen können“.

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SPIN ZINE macht Umfrage zum Thema Klimaschutz

Die dritte große SPIN ZINE- Umfrage am Schulzentrum am 22. Februar hatte das allgegenwärtige Thema Klimaschutz zum Inhalt. Besonders unter Schülern ist der Bezug aktuell und beschäftigt auch die 12.Klässlerinnen Alisa Elbs, Leonie Fischer, Lea Gerdsen und Isabelle Prinz. Zusammen mit Paul Plöchl, Schulsozialarbeiter an Realschule und Gymnasium in Weingarten, bereiteten die jungen Damen die Umfrage vor, um ein repräsentatives Stimmungsbild unter Schülern zu gewinnen.

SPIN ZINE, das Magazin des Team Jugendarbeit Weingarten, unterstützte das Vorhaben selbstverständlich und nahm das Thema in die Umfragereihe auf.

Neu bei der Durchführung war, dass Schüler auf einer Plakatwand direkte Ideen zur Verbesserung des Klimaschutzes aufschreiben konnten. Eine innovative Idee der Schülerinnen.

244 Kinder und Jugendliche nahmen an der Umfrage während der großen Pause teil teil. Bei den Mitarbeitern entstand in Gesprächen der Eindruck, dass teilweise großes Unwissen über das Thema vorherrscht, ein generelles Interesse aber oft schon vorhanden ist.

Die konkreten Umfrageergebnisse können der Grafik entnommen werden.

SPIN ZINE erhebt mit seinen Umfragen Stimmungen aus der Jugendlandschaft und möchte damit aktiv zu Auseinandersetzung und Beteiligung anregen. Mit dem Engagement der Schülerinnen hat damit ein aus SPIN ZINE-Perspektive Idealmodell stattgefunden, das Schule, junge Menschen und Jugendarbeit aktiv in den Austausch bringt.

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Jugendliche begleiten Jugendliche – Geschichtsverarbeitung auf Augenhöhe

Am 06.02.2019 wurde die Wanderausstellung „Deine Anne-Ein Mädchen schreibt Geschichte“ eröffnet. Jugendliche begleiten Jugendliche durch die Ausstellung über Anne Frank. 2 Tage lang wurden 40 junge Leute als Peer Guide ausgebildet, darunter auch SPIN ZINE-Reporter Alexander Nobis.

Die Wanderausstellung nach Ravensburg planten die Städte Ravensburg und Weingarten mit dem Demokratiezentrum Oberschwaben, NS-Dokumentation Forum, TAVIR e.V. und dem Anne-Frank-Zentrum aus Berlin schon lange. Das Konzept, dass Jugendliche Gleichaltrige durch die Ausstellung führen, fanden alle Beteiligen auch super. Denn gerade soll die neue Genration über unsere Vergangenheit aufgeklärt werden. Auch die Bundesinitiative „Demokratie Leben!“ unterstützte das Projekt mit Zuschüssen.
Als der Termin und Ort feststand, begaben sich die Organisatoren auf die Suche nach Jugendlichen, die durch diese Ausstellung führen wollen und damit sich als Peer Guide ausbilden lassen wollen. Es meldeten sich insgesamt 40 Schüler aus dem gesamten Landkreis, um bei diesem Projekt mitzuwirken. Eigentlich war das Limit vom Anne-Frank-Zentrum 30 Schüler, doch aufgrund der vielen Interessenten verschoben sie die Grenze auf die genannten 40 Jugendliche.
Anfang des Jahres traf sich die Gruppe das erste Mal. Bei diesem Treffen wurden grundlegende Fakten genannt und wir bekamen einen kleinen Einblick, wie das ganze aussehen soll. Dieser Termin fand ungefähr einen Monat vor der Ausbildung statt. Das Ausbildungsseminar begann dann am 05.02 im Hause der “Schwäbisch Media“ in der Karlstraße in Ravensburg, dort findet auch die Ausstellung statt. Die Ausbildung dauerte von 8 bis 16 Uhr an beiden Seminartagen. Alle Schülerinnen und Schüler wurden für die Ausbildung von der Schule freigestellt. Am Anfang des Seminars stellten sich die beiden Seminarleiterrinnen Mara und Jona, die extra vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin angereist sind, vor. Sie spielten mit uns Teilnehmern ein Kennenlernspiel. Im Anschluss wurden die Jugendlichen in zwei Gruppen eingeteilt. Ich war in der Gruppe unter Maras Leitung. Aber das hatte keinen Unterschied, denn beide Gruppen machten dasselbe. Als erstes stellten sich alle in der jetzt kleineren Gruppe nochmal vor, so lernte sich die Gruppe, die an den zwei Tagen zusammen arbeitet besser kennen. Unsere erste Aufgabe bestand daraus, vier allgemeine Fragen zur Ausstellung zu beantworten (soweit wir es schon konnten). Die Gruppenmitglieder ergänzten sich gegenseitig. Die Plakate wurden voll. Die Gruppe hatte sich also vorher auf die Ausbildung vorbereitet und auch das Tagebuch der Anne Frank gelesen. Darauffolgend erklärte Mara, dass wir die Schüler durch die Ausstellung begleiten, nicht führen. Das heißt, wir sollen die Jugendliche miteinbeziehen. Wie wir das am besten machen können, zeigte uns Mara anhand von einer Probebegleitung. Sie zeigte uns, wie wir anhand von verschieden Methoden die Jugendliche miteinbeziehen können. Nach der Mittagspause ging die Probebegleitung im aktuellen Teil weiter, denn die Ausstellung ist aufgegliedert in einen geschichtlichen Teil und dem aktuellen. Im geschichtlichen Teil geht es um die Geschichte von Anne Frank und was in der Zeit passiert ist. Der aktuelle Teil behandelt die Themen von Anne Frank. Das Thema Diskriminierung sticht hier besonders hervor.

In den Pausen fanden Gesprächen zwischen den Jugendlichen statt und kleinere Freundschaften entstanden. Die Gruppe hielt zusammen.

Mit Ende der Probebegleitung endete der erste Tag um 16 Uhr. Der zweite und letzte Tag des Seminars begann wieder mit einem Spiel. Dann arbeiteten wir wieder in den Gruppen. Unsere Gruppe fing damit an, was wir bei der Begleitung beachten müssen. Danach besprachen wir spezielle Situationen, die auf uns warten könnten. Diese Situationen übten wir. Im Anschluss stellten wir zu zweit je eines der Module der Gruppe vor. Die Ausstellung besteht aus elf Modulen, sieben geschichtlichen, die zeitlich unterteilt sind. Der aktuelle Teil besteht aus vier Modulen. Nach einer kurzen Vorbereitung präsentierten wir unsere Module und bekamen danach Rückmeldung von der gesamten Gruppe. Auf die Punkte, Sprache, Einbeziehung der Gruppe und Körpersprache wurde besonders geachtet. Das war die letzte Aufgabe des Seminars. Zum Schluss zogen alle 40 Schüler ein Fazit aus dem Seminar. Fast alle fühlten sich gut vorbereitet auf die Begleitungen und alle nannten den Zusammenhalt und den Teamspirit als wichtigen Bestandteil des Seminars. Nach der Verabschiedung konnten jeder einzelne glücklich nach Hause gehen. Einige der Teilnehmer kamen um 18 Uhr zur Eröffnung (am 06.02.) der Ausstellung wieder. Zwei Peer Guides durften auch auf der Bühne Fragen beatworten. So konnte die Ausstellung beginnen!

Info: Die Ausstellung läuft bis noch zum 28.02.2019 im Foyer der „Schwäbisch Media“, Karlstr. 16, 88212 Ravensburg (Mo.-Do.: 8:30 Uhr -18 Uhr / Fr.: 8:30 Uhr – 17Uhr). Der Eintritt ist kostenlos!
Text: Alexander Nobis

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Artikel 13-was sagen die anderen?

Bereits am 29.11.18, also ca. zwei Monate vor der geplanten Parlamentsentscheidung zum umstrittenen neuen Copyright Gesetz auf EU Ebene, führte das Spinzine Team auf dem Pausenhof eine Umfrage zum Artikel 13 durch. Der Großteil der Schüler war sich einig. Artikel 13? Nein Danke!
Aber die Meinungen zum Artikel 13 sind genauso zahlreich wie verschieden. Wer soll da noch den Überblick behalten?! Und wie sieht es aus, wenn man mal wirklich die Seiten wechselt?
Genau das haben die Schüler der 9 Klasse des Gymnasiums Weingarten gemacht. Im Rahmen eines Workshops zum Artikel 13 haben sich die Schülergruppen in verschiedene Rollen eingelesen und eingefühlt. Was passiert, wenn man einen Youtube Fan/Bibinator, einen Politiker, zwei Juristinnen, einen Gegner des Artikel 13 und einen Youtube Blogger in eine Talkshow einlädt, haben die Schüler erfolgreich demonstriert. Argumente dafür, Argumente dagegen… An der Einstellung der Schüler, die hauptsächlich die Fangemeinde und somit die Gegner des Artikel 13 vertreten, ist sicherlich schwer zu rütteln. Das war auch nicht das Ziel der Aktion. Aber zu verstehen und sich gegenseitig aufzuklären, weshalb sich das Thema seit Anfang 2018 hartnäckig in Medien hält – das hat die Klasse 9a gemeistert. Durchgeführt hat die Aktion das SPIN ZINE-Team in Zusammenarbeit mit Gemeinschaftskundelehrer Herr Popp und Schulsozialarbeiter Paul Plöchl.
Neues zum Thema:
Auf einen kleinen Kompromiss konnte sich das EU Parlament zwischenzeitlich einigen. Neue Plattformbetreiber kleinerer und mittlerer Unternehmen, die weniger als drei Jahre auf dem Markt sind und deren Jahresumsatz unter zehn Millionen Euro beträgt, sollen demnach nicht von vornherein für Rechtsverletzungen ihrer Anwender haften und erst auf Hinweis von dritter Seite hin reklamierte Werke herunternehmen müssen.

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SPIN ZINE stellt die Frage: Fasnet? Hot or Not?

Weingarten, der Sitz von unserem Jugendmagazin, ist im sowieso schon Fasnets-verrückten Oberschwaben eine der absoluten Hochburgen. Die Plätzler, die Burgstall-Narren, die Wikinger, der Mostclub L und die zahlreichen Musikkapellen sorgen für viele Highlights während der närrischen Zeit.

Tradition, Brauchtum und lokale Identifikation sind sicherlich Rahmenideale für die „fünfte Jahreszeit“. Ideale, die in der heutigen Zeit noch cool und erhaltenswert sind?

SPIN ZINE wollte es von jungen Menschen wissen und startete eine Umfrage: wie stehst Du zur Fasnet? Unser Team machte sich auf den Weg zum Schulzentrum und befragte 230 Realschüler und Gymniasiasten.

Das Ergebnis ist überraschend positiv „pro Fasnet“ und lässt darauf schliessen, dass „old fashioned“ nicht zwangsläufig „out of style“ bedeuten muss. Junge Menschen fühlen sich offensichtlich überwiegend wohl mit der Tradition.

 

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Viele Demonstranten bei fridays for future in Ravensburg

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ oder „Hopp, hopp, hopp, Kohle stopp“ schrien knapp 1. 800 Schüler und Studenten bei der Fridays for future-Demostration in Ravensburg. Die 16-jährige Greta Thundberg brachte schon Tausende Menschen dazu für das Klima zu demonstrieren und dabei den Unterricht oder auch Vorlesungen zu streiken.

Die Demonstrationen erreichte im Januar Deutschland. Aktivisten zogen schon in den Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln und vielen weiteren Städten über die Straßen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Die schwedische Schülerin Greta Tunderberg, die seit Ende August nicht mehr zur Schule geht, sondern bei wichtigen Klimakonferenzen demonstriert, initiiert alle die Demonstranten in ganz Europa. Das sie dabei nicht in den Unterricht geht, finden ihre Lehrer mittlerweile sogar gut. Sie wurde durch den Slogan „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) bekannt. Im Dezember traf sie sich bei der UN-Klimakonferenz mit dem UN-Generalsekretär António Guterres und hielt im Plenarsaal eine Rede. Auch reiste sie zum Wirtschaftsforum nach Davos in der Schweiz, um dort mit prominenten Teilnehmern um den Klimawandel zu diskutieren. Über die Medien erreichte sie Million von Menschen und so gründete sich „Fridays for future“.
Die Aktion in Ravensburg fand am Freitag, den 01.02.2019 statt. Der Demonstrationszug starte um 11 Uhr am Bahnhof und verlief bis zum Marienplatz, dort wurden Reden von Greenpeace Jugend, solid Jugend und vom Schülerratssprecher von Ravensburg und von den Organisatoren Vorträge gehalten. Die Demonstranten bestanden aus Schülern, Studenten, Auszubildenden und auch Passanten. Viele Schüler bekamen von ihren Schulen für die Demonstration frei, aber viele auch nicht. Trotzdem verließen nicht wenige Schüler auf Grund des Protestes den Unterricht, um elf Uhr am Bahnhof mit Plakaten zu sein. Dort wurden die Demonstrationsregeln erläutert. Im Anschluss zog die große Menschenmasse los zum Marienplatz. Der fünfzehnminütige Zug wurde begleitet von Ausrufen gegen den Klimawandel und gegen die Kohle, dessen Ausstieg erst diese Woche auf 2038 verlängert wurde, und von einer Vielzahl Plakaten. Zum Beispiel „Damit ich im Winter noch friere, wenn ich demonstriere“, „Make the earth cool again“ und „Wir lernen täglich dazu, warum nicht auch ihr?“. Die Aktivisten hatten auf ihren Schildern teilweise lustige Aussagen, die zum Nachdenken anregen. Auf dem vollem Marienplatz hielten vier Umweltaktivisten eine Rede. Hier bei ging es vor allem um den Kohleausstieg.
Die Aktion wurde von allen Teilnehmern gut angenommen. Die Veranstalter waren überrascht, wie viele Demonstranten kamen. Gerechnet hatten sie mit knapp 500, jetzt waren es laut Polizei 1 800.

Text: Alexander Nobis

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Mit Chrissy beim Linseneintopf

Chrissy sitzt allein und in sich gekehrt in der Linse. Ich begrüße sie. Chrissy, das ist deutlich, ist in der Phase des Sammelns. Die Vorbereitung auf den Auftritt bei der Mixed Show im Kulturzentrum Linse. Gleich wird Markus Zink die Bühne betreten, das Publikum auflockern und seinen ersten Zauberkollegen ankündigen. Gigi ist zwölf, kommt aus Baienfurt und beherrscht das Spiel mit der Täuschung überzeugend. Seine Nummer ist auf Musikbegleitung einstudiert. Gigi braucht keine Worte, um sein Spiel mit Tüchern, Seilen und überdimensionalen Karten flashig auf die Bühne zu bringen. Markus Zink betont, dass heute keine Profis auf der Bühne stehen. Eine Einschätzung, die auf den anderen Magier des Abends sicher nicht zutrifft. „Freddy Fragezeichen“ hat einen abgeklärten Umgang mit dem Publikum, überzeugt durch Timing und kreative Ideen im präsentieren bekannter Zauberprinzipien. Ein Stilmittel, das beim Publikum sehr gut ankommt. Zwischen Gigi und der Zirkusschule Friedrichshafen, die unter der Leitung von Andrea Sprenger eine coole Jonglage-Nummer einstudiert hat, kommt Chrissy. Schillernd, glitzernd und das Publikum mit ihrer Emotionalität gewinnend. Man merkt ihr die Leidenschaft an, die alle Kunstschaffenden zu Getriebenen macht. Sie immer wieder auf die Bühne treibt.
Alphorn Kurt braucht viel Schwäbisch, Voralpenländische Vibes und ein abartig großes Alphorn, um mit der Trockenheit und dem natürlichen Witz zu überzeugen, der unsere „ländliche Region“ für viele so liebenswert macht. Man atmet Oberschwaben und fühlt das Allgäu förmlich. Markus Zink baut zwischen den Acts Film-Quiz-Parts ein. Prinzip: Bilderrätsel. Von kreativ-genial bis gewollt-plump. Das Publikum feiert und amüsiert sich köstlich. Eine junge Sängerin aus der Nähe von Bergatreute hat er auf einem privaten Facebook-Profil entdeckt, lädt diese prompt zur Show ein. Dieser „raus aus dem Keller, rauf auf die Bühne“- Impuls ist es, die den Linseneintopf zu einer sehr charmanten Veranstaltung machen. So ist auch die Szene der Linse eigenen Jugendtheatergruppe ein Beleg dafür, dass Schüler Theatererfahrung auch außerhalb schulischer Kontexte machen können. Die „Winter-Welfen“ aktivieren die Zuschauer mit der Szene um eine gestohlene Halskette. Die darin vorkommenden Polizisten spielen dabei ihre Schwäbisch-Kenntnisse voll aus. Die Zirkusschule beendet das Ganze mit einer imposanten Poi-Feuershow. Fantastisch, dass die Linse solche Formate designt, die Authentizität und begeisternde Emotionen zulassen. Fantastisch, dass ich Chrissy heute in diesem Rahmen erleben durfte.

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Handball is coming home

Nach 2007 stand die nächste Heim-Weltmeisterschaft im Männerhandball an. In den ersten Spielen löste die deutsche Mannschaft wieder das Gefühl von vor 12 Jahren aus, als Deutschland Weltmeister wurde. SPIN ZINE Sportreporter Alex war live bei der Hauptrunde in Köln und gibt ein Fazit dieser Heim-WM.

Vorfreude und Gruppenphase… Ein ganzes Jahr freute ich mich auf die Weltmeisterschaft. Die Vorfreude begann, als ich mir die Tickts aller Spiel in Köln besorgte. Die WM kam mit jedem Tag näher. Irgendwie überraschte mich aber, dass nur wenig über die Heim-WM gesprochen wurde und nur unter uns Handballern die Freude auf die Heim-Weltmeisterschaft zu verspüren war. Für mich war es ein ganz besonders Event. Dann begann sie endlich, die 26. Handball Weltmeisterschaft, mit dem Eröffnungsspiel Deutschland gegen Korea am 10. Januar in Berlin. Korea trat zum ersten Mal als vereintes Korea auf. Das dies ganz besonders war, merkte ich auch vor dem TV. Es ging bei Korea nicht nur um das Sportliche. Das Eröffnungsspiel diente zur Verbindung der Fans und Mannschaften zum Auftakt dieser WM. Deutschland gewann dieses verbindende Spiel deutlich. Ein geglückter Auftakt in diese Weltmeisterschaft. Nach genau 48 Stunden stand das DHB-Team wieder auf der Platte. Diesmal gegen ein einschätzbares Brasilien. Brasilien verlor am vorherigen Tag nur mit zwei Toren gegen den damals noch amtierenden Weltmeister Frankreich. Aber Deutschland war vom Bundestrainer Propkop sehr gut eingestellt. Sein Team spielte in den 60 Minuten ihren Stiefel runter und zwang Brasilien zu Fehlern. Aber Ende wurde das Spiel ebenfalls klar und deutlich gewonnen. Jetzt merkte jeder, dass bei unserer WM unser Team sehr weit kommen kann. Der Gegner Russland im nächsten Spiel sollte dies bestätigen. Wieder trat Prokops Team souverän an, Russland hielt aber bis zum Ende dagegen und konnte am Ende die Fehler der Deutschen ausnutzen und so sich das Unentschieden sichern. Aber es war kein Knick im deutschen Spiel am nächsten Tag gegen Frankreich zu erkennen. Die deutschen Spieler steckten das Unentschieden sehr gut weg und waren gegen den Weltmeister lange Zeit in Führung, bis auf die letzten drei Sekunden. In dieser Zeit erzielte die Auswahl aus Frankreich den Ausgleich. Wieder nur Unentschieden und wieder die Führung verspielt. Das muss doch deprimierend sein?! Aber das war es nicht, im Gegenteil. Deutschland, die auf Grund des Unentschiedens schon in der nächsten Runde waren, spielte gegen Serbien das, was sie in den ersten vier Spielen auch gespielt haben, guten ansehnlichen Handball. Sie gewann wieder klar, und diesmal gegen den WM-Dritten von 2017, Serbien. Das löste nochmal einen Schub aus bevor es von Berlin nach Köln ging.

Alex vor der Lanxess Arena

Jetzt auch live dabei… Auch ich fuhr nach Köln. Und neun Tage nach dem ersten Spiel des deutschen Teams durfte ich live in der Lanxess Arena von Köln dabei sein. Die deutsche Mannschaft spielte um 20:30 Uhr, davor spielte Frankreich gegen Spanien. Zu diesem Spiel nahmen mein Freund und ich unsere Plätze unter dem Arenadach ein. Die Arena füllte sich im Laufe des Spieles, die Stimmung steigerte sich von Minute zu Minute. Im Laufe der zweiten Halbzeit traf auch die deutsche Nationalmannschaft ein. In der Stunde nach dem Frankreich-Spiel und vor Deutschland gegen Island versorgten wir uns kurz mit Getränken und Essen. Wir genossen die überragende Stimmung in der Lanxess Arena. Eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff der deutschen Mannschaft sahen wir keine leeren Plätze mehr. Die ausverkaufte Lanxess Arena mit 19 250 Zuschauern war heiß, als das DHB-Team zum Aufwärmen auf die Platte kam. Der Geräuschpegel war sehr hoch, aber fühlte sich gut an. Der offizielle WM-Song für das DHB-Team, „Chöre“ von Mark Forster wurde in der Halle gespielt. Alle sangen mit. Es war für mich ein unbeschreibliches Gefühl. Ich habe schon sehr viel erlebt an Sportveranstaltungen, aber solche Stimmung noch nie. Auch mein erster Besuch im Fußballstadion mit neun Jahren wurde klar übertrumpft. Das alles wurde noch durch die Nationalhymne getoppt. Die Stimmung hielt sich das ganze Spiel. Unser Team spielte gegen den vermeidlich schwächsten Gegner der Hauptrunde, Island, sehr souverän und gewann am Ende mit fünf Toren Unterschied. Island hielt nur in den ersten 20 Minuten dagegen.
Am nächsten Tag hatte Deutschland spielfrei. Trotzdem ging ich in die Arena, um guten Handball zu schauen. Ich sah das Platzierungsspiel um den 13. Platz: Katar gegen Russland. Die Männer aus Katar gewannen überraschend. Aber das war nicht die einzige Überraschung des Tages. Der klare Außenseiter Brasilien gewann gegen den größten deutschen Konkurrenten Kroatien. Damit stand fest, wenn unser Team morgen gegen Kroatien gewinnen würde, stände der Gastgeber im Halbfinale. Frankreich qualifizierte sich noch am Abend gegen Island für das Halbfinale in Dänemark. Mit voller Vorfreude auf das Deutschland-Spiel sah ich mir am Montag um 18 Uhr das Spiel Spanien gegen Brasilien an. Komischerweise zeigte sich ein erneuter Leistungs-Einbruch bei den Brasilianern, wie es schon gegen das deutsche Team der Fall war. So gewann Spanien deutlich und hoffte, dass Kroatien mindestens ein Unentschieden gegen Deutschland holt, um überhaupt noch eine Chance aufs Halbfinale zu haben. Für die Teilnahme der Kroaten am Halbfinale musste Kroatien selbst gewinnen. Die Stimmung stieg bis zum Anpfiff des entscheidenden Spiels Kroatien gegen Deutschland immer mehr an. Auch die kroatischen Fans waren nicht wenige, trotzdem überwiegten die deutschen Fahnen. Es wurde wieder bei den Hymnen sehr emotional. Wenige Minuten später begann ein sehr hitziges Spiel. Das merkten alle in der Halle ab der ersten Minute. Beide Fanlager haderten mit den Schiedsrichterentscheidungen, die meiner Meinung das ganze Turnier in allen Spielen zu kleinlich gepfiffen haben. Der Geräuschpegel war jetzt wieder auf höchster Höhe. Die Kroaten und die Deutschen schenkten sich überhaupt nichts. In der neunten Minute explodierte die Arena förmlich. Der Spielmacher von Deutschland, Martin Strobel, musste per Trage aus der Arena getragen werden. Das Team von Trainer Propkop ließ sich von dem schmerzlichen Ausfall aber nicht unterkriegen. Sie lieferten sich mit Kroatien einen unerbittlichen Kampf. Erst eine Viertelstunde vor Schluss konnte sich die deutsche Nationalmannschaft mit drei Toren absetzen. Die Euphorie unter den Zuschauern war sehr groß. Sie feierten schon den immer wahrscheinlicher werdenden Halbfinaleinzug. Aber der war ganz und gar nicht sicher, denn die Kroaten bissen sich wieder ran und gingen sogar fünf Minuten vor Schluss in Führung. Deutschland lernte aus den Spielen gegen Russland und Frankreich und nach zwei erfolgreichen Abwehrreaktionen ging das DHB-Team in Führung. Deutschland spielte jetzt taktisch die Zeit herunter. Aber die Kroaten hatten beim Stand von 22:21 mit Ablauf der Zeit noch einen direkten Freiwurf direkt hinter der Mittellinie. Dieser war aus meiner Sicht ungefährlich, trotzdem ging ein en Raunen durch die Arena. Ich war überrascht, dass der Freiwurf durch den deutschen Block aufs Tor ging. Aber der Ball ging nicht an unserem Super-Keeper Andi Wolff vorbei und somit zog Deutschland in das Halbfinale in Hamburg schon vor dem Spanien-Spiel ein. Die ausverkaufte Lanxess Arena war im Jubelrausch und feierte den Halbfinaleinzug. Noch lange blieben wir in der Arena um mitzufeiern. Auf dem Heimweg gingen die Feierlichkeiten dann in der Sportsbar nebenan weiter. Am nächsten Tag war spielfrei. Am Mittwoch waren wir schon sehr früh am Arenen Gelände, denn dort war die Fan Zone. In der Fan Zone wurden verschiede Handballübungen aufgebaut, zum Beispiel Werfen auf Ziele oder Tippings, auch eine Relpiquie des Champions League Pokals war ausgestellt. Um 15 Uhr waren wir dann zum Spiel Brasilien gegen Island pünktlich in der Halle. Beide Teams waren schon ausgeschieden. Trotzdem sahen wir ein ansehnliches Spiel. Im darauffolgenden Spiel spielten die auch schon ausgeschiedenen Kroaten sehr, sehr gut gegen Frankreich. Der Weltmeister verlor sogar und hatte nur noch eine Chance auf Platz 1 in der Gruppe, wenn Deutschland im letzten Spiel von Köln gegen Spanien mit acht Toren Unterschied verliert. Das war sehr unwahrscheinlich, weil die DHB-Auswahl ein sehr gutes Turnier bis dahin spielte. Im letzten Spiel in der Rheinmetropole traf das Team von Prokop auf die Auswahl Spaniens. Es ging um rein gar nichts. Trotzdem gaben beide Teams in der gesamten Spielzeit alles. Am Ende wurde es wieder knapp. In der letzten Minute hielt Torwart Silvio Heinevetter den Sieg fest. Es war wichtig noch einmal so ein knappes Spiel für sich zu entscheiden. Das gab Sicherheit für das Halbfinale am Freitag in Hamburg. Nach dem späten Spiel traten wir die Heimreise nach Weingarten an. Auf der Heimreise dachte ich über die grandiose Stimmung in ganz Köln nach.

Enttäuschung pur… Jetzt war ich gespannt, wie die WM weit ab von den Spielorten aufgenommen wird. Es war überraschend. Alle sprachen jetzt über Handball und das kommende Halbfinale. Die Nachricht, das dass Halbfinale in der Linde und immer Schinderhannes übertragen wurde, erfreute mich sehr. Der TV Weingarten kündigte ein Public-Viewing zum Finaltag in der Großsporthalle an. Aber erstmal schauten meine Freunde und ich das Halbfinale gegen Norwegen. Es war ein nervenaufreibendes Spiel. Norwegen war sehr gut eingestimmt, unser Team kam irgendwie nicht so richtig in Fahrt. Es lief nicht viel zusammen auf allen Positionen. Zwar hielt Deutschland lange Zeit dagegen, aber es ging mit einem 2-Tore Rückstand in die Pause. Da plagte mich schon ein schlechtes Gefühl, denn das DHB-Team lag noch nicht zur Halbzeit im gesamten Turnierverlauf zurück. Trotzdem hofften wir. Aber Norwegen war einfach überlegen und spielte das clever runter und als Deutschland an einen möglichen Ausgleich herankam, wurden sie nervös. Alle Hoffnungen wurden spätestens in der 58. Minuten getrübt, als die Norweger mit vier Toren gingen. Nicht nur in Hamburg oder in der Linde, sondern wohl in ganz Deutschland machte sich eine Trauer breit. Aber wir wussten sofort, dass Norwegen in diesem Spiel einfach besser war und unser Team nicht das abgerufen hat, was sie eigentlich können. Neben der Trauer wussten wir, aber auch, wie viel Freude uns die deutsche Mannschaft bereitete und war glücklich über dieses grandiose Turnier, dass noch nicht vorbei war. Denn Deutschland spielte am Sonntag noch in Hering (Dänemark) noch um die Bronze-Medaille. Das Spiel um Platz drei ist irgendwie immer undankbar, aber für die deutsche Nationalmannschaft und deren Fans, darunter auch ich, nicht. Es brach in mir die Stimmung der Fußball Heim-WM 2006. In dem Spiel um Platz drei belohnte sich die DFB-Elf für ein ganz tolles Turnier. So wollte es auch das DHB-Team gegen den Ex-Weltmeister Frankreich machen. Alle Fans feuerten das DHB-Team auf den Sozialen Netzwerken an. Am Sonntag, den 27.01, war es dann soweit: Finaltag in Hering (Dänemark). Ich freute mich so, wie auf alle Spiele der deutschen Mannschaft, vielleicht noch ein bisschen mehr. Jede Stunde kam das kleine Finale immer näher. Als es los ging, bekam ich sofort den Eindruck das das Deutsche Team unbedingt die Bronzemedaille wollte. Mit einem 4 Tore Vorsprung nach Ende der ersten Halbzeit legte das Team ein Grundstein für den möglichen Sieg. Leider verspielt die Mannschaft von Trainer Prokop den Vorsprung schnell, Frankreich schaffte es in Führung zu gehen. Bis zur 58. Minute blieb der Weltmeister von 2017 in Führung. Dann erst schaffte Deutschland den Ausgleich. Im nächsten Angriff bekam das Team aus Frankreich einen 7m, und Uwe Gensheimer wurde in der gleichen Aktion eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe erteilt – für mich unverständlich. Trotzdem bekam Frankreich keinen Vorsprung zustande. Silvio Heinevetter parierte in der letzten Spielminute glänzend, und so hatte Deutschland die Chance auf das Siegtor, aber sie vertändelten den Ball. Frankreich schoss in der letzten Sekunde den Siegtreffer. Die Enttäuschung war bei den Spielern klar zu erkennen, auch ich war fassungslos.

Super happy… Nach zwanzig Minuten konnte ich die WM Review passieren lassen. Ich war stolz auf unser Team. Sie haben in neun Spielen (ohne Halbfinale) Weltklasse Handball gezeigt und sich damit wieder zur Weltspitze etabliert. Das Team hat dadurch den Handball wieder nach Deutschland gebracht und einen richtigen Boom ausgelöst. Dieser Boom wird meiner Meinung nach auch länger halten. Ich werde die zwei Wochen nie vergessen, es war einfach grandios. Herzlichen Glückwunsch an den neuen Weltmeister Dänemark. Dänemark gewann alle zehn Spiele und das Halbfinale und Finale deutlich. Sie sind momentan die beste Mannschaft der Welt.
Danke dem DHB-Team für die richtig super Spiele.
Danke dem Weltverband IHF, die WM hier in Deutschland auszurichten.
Danke der Lanxess Arena in Köln für die einzigartige Kulisse!

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