Der Skatepark

Sie sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und man begegnet ihnen, egal wo auf der Welt man sich gerade auch aufhält. Sie haben den urbanen Raum für sich erobert wie kaum eine andere Jugendsubkultur und es ist mittlerweile eine ganze Industrie um sie herum entstanden. Die Rede ist von Skatern.

Entstanden ist die Szene in Kalifornien in den 1960ern als Alternative zum Surfen bei Flaute und ruhiger See. In den 70er Jahren wurde dann erkannt, dass es mehr ist als nur eine Alternative, und es wurden Zeit, Geld und Energie in die technische Weiterentwicklung des Skateboards gesteckt. Erste Teams entstanden und erste Wettbewerbe (Contests) wurden ausgetragen. Das alles noch in sehr losen Strukturen und sehr regional.

Noch weit entfernt vom heutigen Skateboard-Fahren waren die damaligen „moves“ auf den Brettern. Aus dem anfänglichen Asphalt-Surfen entwickelten sich schnell unterschiedliche Disziplinen wie das Flatland-, Downhill- und Slalom Skaten. Diese Arten wurden von den Skatern selbst weiterentwickelt zu den heute vorherrschenden Arten des Skateboardings. Die am meisten verbreitete Art ist heutzutage das Streetskaten, also das Skateboard-Fahren auf der Straße. Bauliche Elemente der Stadt werden hierbei genutzt, um Tricks zu vollführen. In Skateparks werden diese Elemente aufgenommen und so arrangiert, dass sie für Skater ideal fahrbar sind. Ein weiterer Vorteil der Parks ist, dass die Elemente so konstruiert sind, um eine möglichst lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Dieser Aspekt liegt bei städtebaulichen Elemente außerhalb von Skateparks nicht im Vordergrund, wodurch es hier häufig zu Beschädigungen durch die Nutzung von Skatern kommt. Hierzu ist ausdrücklich zu erwähnen, dass dies keine mutwilligen Sachbeschädigungen sind, sondern Abnutzungserscheinungen…

Aus den Poolskaten – das Fahren in Pools ohne Wasser –, das bis heute sehr aktiv betrieben wird, ist das Vertskaten entstanden. Vert steht für vertikal und beschreibt den obersten Teil einer halben Röhre (Halfpipe). Bekanntester Profi in dieser Disziplin ist Tony Hawk. Unter anderen wird ihm das Erheben des Skatens von der Jugendsubkultur zur Jugendkultur zugeschrieben. Ausschlaggebend hierfür war die Videospielreihe Tony Hawk Pro Skater, die das Skateboard-Fahren in viele Wohnzimmer befördert hat, wo es bisher kaum Berührungspunkte gab. Heutige Profis werden zum Teil gefeiert wie Popstars, haben eigene Fernsehserien und werden als Werbegesichter genutzt. Preisgelder bei Contests, Werbe- und Sponsorengelder ermöglichen es heutzutage vor allem in den USA vielen Profis, einen recht komfortablen Lebensstil zu pflegen.

Skateboard-Fahren hat sich in den rund 40 Jahren seit seiner Entstehung von einer Randerscheinung einiger weniger zu einem Massenphänomen entwickelt, mit dem jährlich mehrere Milliarden US-Dollar umgesetzt werden.

Auch bei uns im Schussental spielen die Skater eine große Rolle. Seit mehr als 25 Jahren ist der Fossy Skateshop in Ravensburg nun Teil der Szene. Bei uns in Weingarten wird in diesem Jahr ein neuer Skatepark gebaut. SpinZine will euch nun einen Einblick in das Großprojekt geben und euch die Entwicklung der Szene bei uns durch ein Interview mit Fieby nahebringen.

Der Skatepark - Geschichte

Die Skateanlage in Weingarten wurde vor ca. 20 Jahren gebaut. Da es damals üblich war, die Rampen und Obstacles aus Holz zu bauen, um Kosten und Zeit zu sparen, waren die damaligen Obstacles nicht auf Langlebigkeit ausgerichtet. Deshalb musste dieser Park des Öfteren renoviert werden.

Anfang 2000 wurde in Ravensburg ein neuer Park errichtet, woraufhin die Skater und Inlineskater zunehmend auf den Ravensburger Skatepark ausgewichen sind. Der Park in Weingarten wurde kaum noch genutzt und geriet immer mehr in Vergessenheit.

2013 begannen Jugendliche der Stadt Weingarten, sich für den Erhalt bzw. die Erweiterung des Skateparks einzusetzen. Sven Pahl von der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit setzte sich mit den Jugendlichen zusammen und erarbeitet ein Konzept für die Vorgehensweise, ihre Anliegen der Stadt vorzutragen. Die Jugendlichen starteten eine erfolgreiche Unterschriftenaktion und schossen Fotos von Freunden und jungen Erwachsenen, um diese auf eine etwa 2 x 3 Meter große Plakatwand zu drucken. Diese wurde in der Stadt aufgehängt, um zu zeigen, dass sich die Jugend von Weingarten mit dem Projekt solidarisiert. Mit dieser Aktion wollten die Jugendlichen auf den Zustand und die Notwendigkeit des Skateparks aufmerksam machen.

 

B

ei der „Funbox“ wurde bereits 2008 die Unterkonstruktion ausgetauscht. Da diese nicht mehr TÜV-sicher war. Daraufhin gab der TÜV der Stadt grünes Licht für die Weiternutzung der Skateanlage Weingarten.

Da der Park jedes Jahr erneut auf die Sicherheit überprüft wurde, machte der TÜV dann 2013/ 2014 die Stadt auf den Zustand der Anlage aufmerksam und empfahl, die Skateanlage im kommenden Jahr komplett zu erneuern, da diese sonst für deutlich höhere Sanierungskosten aufkommen müsste. Oberbürgermeister Markus Ewald erkannte das Problem und besuchte die Jugendlichen auf dem Skatepark. Er sagte zu, dass sich die Gremien mit dem Thema auf politischer Ebene auseinandersetzten werden.

Jetzt setzten sich auch die älteren Skater in Aktion und klinkten sich bei diesem Projekt mit ein. Louis Marschall und Max Dreher zeichneten den ersten Entwurf für die neue Skateanlage in Weingarten und gaben ihn dem Team Jugendarbeit vor Ort.

Diese setzten sich mit den Skatern und Scooterfahrern zusammen und entwickelten ein Konzept, wie sie jetzt weiter vorgehen könnten,

Bei einem nächsten Termin mit dem Oberbürgermeister wurde ihm ein Konzept für eine neue Skateanlage vorgelegt. Der Jugendgemeinderat hatte sich bereits mit dem Thema beschäftigt. Nachdem auch der Gemeinderat mit eingebunden war, war es nur noch eine Frage der Finanzierung. Ein Haushaltsrest in Höhe von 45.000

 

Euro wurde schon gebildet. Die fehlenden 85.000 Euro wollte Herr Ewald in den kommenden Haushalt 2016 mit aufnehmen. Er legt den Jugendlichen aber auch ans Herz, „seid kreativ und bringt den Bürgen mit weiteren Aktionen die Notwendigkeit des Skateparks nahe. Vielleicht findet sich auch auf diesem Weg der eine oder andere Sponsor“. Dies bedeutet, dass Kinder und Jugendliche an Projekten beteiligt werden, die sie selbst betreffen.

Gesagt getan, Mario machte durch weitere Aktionen wie zum Beispiel Zeitungsartikel, erneute Unterschriften-Sammlungen usw. auf die Notwendigkeit des Platzes aufmerksam. Daraufhin spendete die Volksbank Weingarten 7.500 Euro.

Nach dieser Aktion hat der Oberbürgermeister erneut eine Gemeinderatsitzung im Oktober 2016 einberufen bzw. das Thema Skatepark zu einem Hauptpunkt im Rahmen dieser Sitzung erhoben. Es waren Mitarbeiter des Teams Jugendarbeit, Skateboardfahrer und Scooterfahrer bei dieser Sitzung anwesend.

Louis Marschall und Max Dreher stellten das Konzept des neuen Skateparks dem Gremium vor. Die Kosten für den kompletten Bau der Anlage betragen 173.000 Euro. Sven Pahl setzte sich mit handfesten Argumenten für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein und zeigte aus Sicht der Kommunalen Kinder und Jugendarbeit, wie wichtig dieser Skatepark für die Stadt Weingarten sei. Dieser Skatepark ist nicht nur eine Bereicherung für die Skater, sondern auch für Schulen, Familien und andere Gruppen, die diesen Park jederzeit kostenlos nutzen können.

Nachdem viele gute Argumente für einen Neubau vorgestellt wurden und der Nutzen für die Stadt ausreichend diskutiert wurde, sagte der Gemeinderat für die restlichen 43.000 Euro zu. Und somit wurde der Bau der Skateanlage in Weingarten bewilligt und wird dieses Jahr (Ende April 2017) von der Firma „Anker-Rampen“ aus Kiel realisiert. Die Stadt stellte 2017 einen Fördergeldantrag beim Land Baden-Württemberg, dieser wurde mit 120.000 Euro bezuschusst.

751
Add

Tonstudio/ Multimediaraum

Woop! Tonstudio – Geil!

Aber mal bisschen sachlich hier. Warum gibt es das Tonstudio jetzt überhaupt hier im Haus der Familie in Weingarten? Eigentlich hat es doch schon eines in Ravensburg.

Um das zu klären, gehen wir kurz zurück in das Jahr 2016. Ein paar Jugendliche haben damals den Wunsch geäußert, dass auch Weingarten die Möglichkeit bieten solle, eigene Musik aufzunehmen. Ravensburg ist nicht für alle gut erreichbar und die Schule oder die Arbeit lässt es nicht immer zu, genau zu den Öffnungszeiten auch immer dort zu sein. Daher wäre ein Tonstudio in näherer Umgebung deutlich besser. Durch mehrere Gespräche mit dem Team Jugendarbeit kam man nun auf die Idee, einen Jugendfondsantrag („Demokratie leben“) zu stellen. Damit soll das Projekt finanziell unterstützt werden, so dass auch wirklich ein Tonstudio entstehen kann. Ohne Moos nix los – ist ja klar!

Aber nur alleine Geld lässt noch lange kein Tonstudio entstehen. Somit haben die Jugendlichen gemeinsam mit mir einen Plan entworfen. Zuerst haben wir uns jeden Donnerstag im Jugendforum darüber ausgetauscht, welche Möglichkeiten und Anforderungen wir brauchen. Außerdem mussten wir einen Plan entwickeln, mit dem wir die Lüftung in dem vorgesehenen Raum umgehen, so dass diese später nicht auf den Aufnahmen zu hören sein würde. Nach einigen Treffen haben wir uns dazu entschieden, eine Gesangskabine zu bauen. Diese soll den Schall von außen dämpfen und gute Aufnahmen garantieren.

Anfang Dezember 2016 kam das komplette Material dazu an und aus der anfänglichen Planungsphase gelangten wir in die Umsetzung. Manchmal ging es ein bisschen improvisiert zu, manchmal hatten wir auch wirklich einen Plan, was wir da tun. Über die nächsten vier Wochen verteilt arbeitete eine große Handvoll Jugendlicher mit mir an der Gesangskabine. Nebenher haben wir die alte Werkbank auf Vordermann gebracht: Das sollte unser Schreibtisch werden. Aus alt mach neu – und am besten noch gut. Langsam konnte man sehen, dass der ehemalige Werkraum/ die alte Abstellkammer zu einem Tonstudio wird. Zunehmend bekamen wir auch weitere Unterstützung von außen. So hat die Firma Bohmeier aus Weingarten den Teppich gesponsert und tontechnikerfahrene Freunde haben uns bei der Wahl des Equipments beraten.

Anfang Januar 2017 stand die Bude dann in neuem Glanz. Aus der Rumpelkammer war ein Ort zum Wohlfühlen geworden. Toller Teppich, tolle Gesangskabine, tolles Sofa, tolle Garderobe, schneller PC, viele Kabel und allgemein einfach alles toll. Der Schweiß von vier Wochen Arbeit hatte sich endlich ausgezahlt, als wir zum ersten Mal alles eingerichtet und angeschmissen hatten. Toller Sound!

Mittlerweile besteht das Tonstudio seit ein paar Monaten und wird förmlich überrannt. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr beginnt der offene Betrieb und die Jugendlichen geben ihren Style und ihre Musik zum Besten. Glücklicherweise haben wir auch die Möglichkeit, Videos aufzunehmen und diese zu bearbeiten, denn somit entstand bisher auch schon das eine oder andere Musikvideo zu den aufgenommenen Songs. Neben dem offenen Betrieb konnten bisher zudem die Schule am Martinsberg und ein Projekt um den Rapper Lex 250, der aus der ersten Ausgabe des SpinZine-Magazins bereits bekannt ist, das Tonstudio nutzen. Außerdem bietet es die Möglichkeit, Bands aufzunehmen, wie es zum Beispiel die Punkband „ZAD“ bereits getan hat. Jaja – das Projekt wächst und gedeiht. In nächster Zeit wird das Tonstudio weiterhin entwickelt und gestaltet. Die Gesangkabine benötigt noch einen Anstrich und weiteres Equipment schadet natürlich nie.

Falls ihr nun neugierig geworden seid, könnt ihr gerne eine Mail an tonstudio@team-jugendarbeit-wgt.de schreiben, oder einfach an einem Donnerstag vorbeikommen.

2608

Abgedreht Filmfestival in Baienfurt

Mit viel Spaß und Eifer waren die elf Schüler der Schussentalschule im Rahmen der Mittwoch-AG dabei ihren eigenen Film zu drehen. Lehrerin Evelin Traub und Jugendarbeiter Christian Netti hatten in einer Projektphase über drei Monate Szenenideen zum Thema „Schublade“ mit den jungen Menschen entwickelt und sie bei der Ausarbeitung der Ideen unterstütz. Der Zugang zum Thema fand spielerisch und mit Elementen aus Spiel- und Theaterpädagogik statt.

Zentral war das Lebensfeld Schule, das von den Teilnehmern der der AG in allen Szenenideen von elementarer Bedeutung war. Keine abstrakten Themen, sondern die konkrete Reflexion der alltäglichen Wirklichkeit mit der Erweiterung um eine Phantasie-Dimension, bildete letztlich die Storyline ab. Das Projekt fand über drei Monate im Rahmen der Kooperation zwischen der Förderschule und der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit statt. So stellt das gelaufene Projekt auch ein gelungenes Beispiel für die oft diskutierte Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit dar. Beide Seiten konnten von den Kernkompetenzen des Projektpartners profitieren. Team Jugendarbeit und Schule sind mit dem Verlauf sehr zufrieden. Schulleiterin Gerlinde Rauscher betonte die produktive Kooperation mit dem Team Jugendarbeit. Die Identifikation mit dem Projekt war unter Teilnehmern sehr hoch, auch der Rest der Schüler nahm den Film positiv auf. Die teilnehmenden Schüler sind stolz auf ihr fertiggestelltes Werk „Die magische Schublade“ und bewerten den Projektverlauf ebenfalls positiv: Yasin (14) hatte Spaß an der Entwicklung eigener Ideen. Ibrahim (13) hatte Freude in seiner Filmrolle als Fußballer. Denis (13) gelang bei der Fußballszene sein „einmal um die Welt“-Ballkunststück. Das war für ihn ein persönliches Highlight. Alberto (13) findet den Film sehr witzig und findet, dass man ihn sich unbedingt anschauen sollte. Berat (12) wollte schon immer mal einen Film drehen. Montaha (12) konnte viel Fachwissen rund das Thema Videodreh mitnehmen. Bediha (12) hat der Drehtag mit Herrn Beer sehr gut gefallen. Lukas (13) findet Filme drehen „einfach cool“. Hadi (13) hatte die Grundidee einer tagebuchschreibenden Schublade gehabt. Lukas (15) fand der Umgang mit dem Pad, das zum Drehen der Szenen eingesetzt wurde, sehr interessant. Er entdeckte viele Möglichkeiten damit. Amir (11), der jüngste Teilnehmer, fand die ganze Gruppe toll.

800
Add